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Ist Retro-Tech wieder in?

Ist Retro-Tech wieder in?

VonGuardians of the Galaxy über Stranger Things bis zu 13 Reasons Why: auf dem Markt für Unterhaltungsmedien taucht offenbar die Magnetbandkassette wieder auf. Daneben feiern zahlreiche weitere Retro-Technologien wie Vinylplatten, Schreibmaschinen, Analogkamerasund sogar Bücher in Druckausgabe ihr Comeback.

In einer Welt, die zielstrebig auf die totale Digitalisierung zusteuert, ist es erfrischend von Leuten zu hören, die noch an alten Technologien hängen.

Nostalgie lässt in der Konsumwelt die Technologie früherer Tage wieder auferstehen, und Nintendo profitiert davon. Im vergangenen Jahr gab das Unternehmen eine aktualisierte Version seiner klassischen NES-Konsole heraus; sie wurde fast überall sofort zum Verkaufsschlager. In diesem Jahr vermarktete Nintendo mit der gleichen Strategie die Super NES. Ebenfalls erfolgreich. Super NES ist allein durch Vorbestellungen bereits ausverkauft.

Die gleiche Strategie verfolgt Nokia: Auf dem Mobile World Congress gab die Firma die Wiedereinführung ihres klassischen Modells 3310, eines traditionellen Handys in einer Welt voller Smartphones, bekannt.

Getrieben von der Sehnsucht nach 'Authentizität' und realen, physischen Objekten erlebt die Retro-Technologie hier und da zurzeit einen Aufschwung.

Ryan Raffaelli, Dozent an der Organizational Behavior Unit der Harvard Business School, hat dieses Phänomen untersucht. Er betrachtete dabei zunächst die Schweizer Uhrenindustrie. Schweizer Uhrmacher beherrschten den Markt bis Mitte der 1970er Jahre, als die Japaner kostengünstige, sehr präzise Quarzuhren auf den Markt brachten. Danach schrumpfte die Schweizer Uhrenindustrie praktisch über Nacht auf ein Drittel des vorherigen Volumens. Doch wegen des neu erwachten Interesses an mechanische Uhren waren die Produkte Schweizer Uhrmacher später wieder gefragt. Heute ist die Schweiz nach wie vor der größte Uhrenexporteur der Welt. Diese Erkenntnisse führen Raffaelli zu der Schlussfolgerung, dass "bestimmte Technologien, zusammen mit Organisationen und Communities, die sie unterstützen, erhalten werden können."

Und das stimmt. Die oben zitierten Produkte werden von Hipstern, Bastlern und Nostalgikern gekauft, die alle ihren geliebten Zeitvertreib erhalten wollen. In der Wirtschaft hat die Erhaltung von Hardware jedoch oft einen geringeren Stellenwert als der Neukauf. Doch auch wenn neue Hardware durch Funktionen und Schnelligkeit begeistert, ist die Bestandserhaltung für ein Unternehmen sehr wichtig.

Die Instandhaltung ist seit jeher unverzichtbar. Nur dadurch wird sichergestellt, dass ein brandneuer Wagen eventuell auch nach Jahrzehnten noch tadellos läuft.

Wiedererfindung der Klassiker

Nostalgie bedeutet jedoch nicht unbedingt die Erhaltung alter Technologie. Manchmal erwecken Unternehmen alte Technologie mit einigen Umgestaltungen zu neuem Leben.

Betrachten wir zum Beispiel das Pokémon-Spiel. Das erste Spiel kam 1996 auf den Markt und fand sofort großen Anklang. Das Spiel gab es in allen Weiterentwicklungen jahrzehntelang nur für Nintendo-Konsolen; erst 2016 kam Pokémon Go für Smartphones auf den Markt.

Wir denken manchmal gerne an alte Technologien zurück, da sie in ihrem Reifestadium gut funktionierten und unser Leben und unser kulturelles Bewusstsein maßgeblich geprägt haben.

Sogar die Allerweltstechnologie SMS ist keineswegs ausgestorben. Warum? Weil sie universell einsetzbar ist. Wir würden gerne Whatsapp oder Wechat zu unseren Lieblings-Messengern machen, können sie aber nicht immer nutzen. Einige dieser neuen Technologien stoßen an geographische oder auch sozioökonomische Grenzen. In bestimmten Märkten sind die Menschen nach wie vor auf Feature-Phones und SMS angewiesen, um zu kommunizieren und Zahlungen anzuweisen.

Daher werden das Nokia 3310 und SMS auch heute noch genutzt.

Welche Lehren lassen sich daraus für Unternehmen ziehen? Nun, das leise Brummen Ihrer alten Geräte sollte Sie daran erinnern, dass diese mit ein wenig Instandhaltung und einigen Neuerungen anderen Verwendungen zugeführt werden können.

Wenn Sie in der Unternehmenstechnologie die Nase vorn haben wollen, müssen Sie eine flexible Strategie für Ihre IT entwickeln. Überlegen Sie genau, was sich im Unternehmen und in der Branche ändert; nur so können Sie Ihre gesamte IT planen.

Die Geräte stehen schließlich aus gutem Grund bei ihnen herum.

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