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Jenseits des Lebenszyklus: Wie Unternehmen und Verbraucher Geld sparen und Müll vermeiden können

Es ist ein Kreislauf, der uns allzu vertraut ist: Man gibt viel Geld für ein elektronisches Gerät aus. Dann vergehen ein paar Jahre, in denen das Gerät ohne Probleme funktioniert. Die Garantiefrist endet, und plötzlich arbeitet das Gerät nicht mehr richtig. Sie stellen fest, dass die ohne Garantieschutz fällige Reparatur teurer wäre als eine Neuanschaffung. Auch wenn Sie versiert genug wären, das Gerät selbst zu reparieren: Es gibt einfach keine Ersatzteile. Mangels Alternative entscheiden Sie sich schließlich, das defekte Gerät zu entsorgen und sich eine neues zu kaufen.

Haben Sie auch das Gefühl, dass Ihnen das immer häufiger passiert? Wenn ja, so täuscht der Eindruck nicht – wie die BBC berichtet, ist der Anteil wichtiger Haushaltsgeräte, die innerhalb von fünf Jahren ihren Dienst versagen, zwischen 2004 und 2012 von 3,5 % auf 8,3 % gestiegen.

Dieser Trend ist aus finanzieller Sicht schon ärgerlich genug. Schlimmer noch sind aber die Folgen für die Umwelt. Auf der ganzen Welt verstopfen weggeworfene Elektrogeräte die Mülldeponien. Nach Angaben der Universität der Vereinten Nationen und der Internationalen Fernmeldeunion entstanden 2016 weltweit mehr als 44,7 Millionen Tonnen Elektroschrott, und diese Zahl wir voraussichtlich schon im nächsten Jahr auf über 50 Millionen Tonnen ansteigen. Da die Hersteller ihre Produktion hochfahren, um für den notwendigen Ersatz zu sorgen, stoßen die Fabriken außerdem eine immer größere Menge an Treibhausgasen aus, die das Klima belasten. Die Folgen des Klimawandels werden auf der ganzen Welt immer deutlicher spürbar, und es ist offensichtlich, dass der Fertigungszyklus bei Elektrogeräten nicht nachhaltig ist.

In Europa und Teilen der USA reagiert die Politik nun auf den Frust der Verbraucher und die drängenden Umweltprobleme und bereitet Gesetze für ein „Recht auf Reparatur“ vor. Sie wollen die Hersteller zwingen, Produkte zu entwickeln, die länger halten und leichter zu reparieren sind. Entsprechende gesetzliche Bestimmungen würden auch die Kontrolle der Hersteller über ihren Reparaturprozess und ihr Monopol auf Ersatzteile reduzieren.

Die vorgeschlagenen Gesetze beziehen sich erst einmal auf Haushaltsgeräte und -elektronik. Das Recht auf Reparatur von Privatgeräten kann sicherlich erheblich zu einer Verringerung des Elektroschrotts beitragen. Wir müssen uns allerdings auch fragen, was das auf der Unternehmensebene bedeutet.

IT-Hersteller erklären Geräte normalerweise nach drei bis fünf Jahren für veraltet und erzwingen so einen regelmäßigen Upgrade-Zyklus. Aus Angst vor Netzwerkausfällen und Datenverlust (die erhebliche Umsatzeinbußen zur Folge haben können) glauben Unternehmen auf der ganzen Welt, sich den von Erstausrüstern vorgegebenen Lebenszyklen unterwerfen zu müssen. Die Folge: Fortlaufend wird kostspielige professionelle IT-Ausrüstung entsorgt, wodurch sich das globale Elektroschrott-Problem verschärft und den Unternehmen hohe Kosten entstehen.

Auf Unternehmensebene müssen die Gesetzgeber das Recht auf Reparatur als eigenes Thema erst noch angehen. Allerdings haben Unternehmen beim Support für ihre IT-Anlagen heute schon mehr Möglichkeiten, als ihnen bewusst ist. Selbst wenn Originalhersteller den Service für ihre Geräte nach Erreichen des ausgewiesenen End-of-Life-Datums einstellen, kann der Geräte-Support über Drittanbieterwartung (third-party maintenance, TPM) noch auf lange Zeit weiterlaufen. So lässt sich der Lebenszyklus bestimmter IT-Anlagen über die vom Erstausrüster festgelegte Spanne hinaus um Jahre verlängern.

Wen die Vorstellung verunsichert, ohne einen Wartungsvertrag mit dem Originalhersteller dazustehen, der kann Unterstützung für einen reibungslosen Übergang erhalten. Anhand einer umfassenden Analyse der Hardware-Ausstattung, bei der auch potenzielle Risiken ermittelt werden, können kompetente TPM-Anbieter Geräte identifizieren, die man bedenkenlos über das End-of-Life-Datum hinaus verwenden kann.

Unabhängig davon, ob Sie sich im konkreten Fall um die Umwelt sorgen oder um ihr Budget, liegen die Vorteile einer Drittanbieterwartung auf der Hand. Längere IT-Lebenszyklen bedeuten weniger Elektroschrott und weniger produktionsbedingte Treibhausgase. Ein interessanter Gesichtspunkt für Unternehmen ist, dass sie bei IT-Wartungsverträgen bis zu 50 % einsparen können und außerdem bei ihren IT-Strategien flexibler werden. Interessengruppen wie Free ICT Europe zufolge stärkt ein sekundärer IT-Markt Innovation und Wachstum. Der Verband warnt davor, den Originalherstellern die vollständige Kontrolle der Wartung zu überlassen. Es werde dann „ein ICT-Umfeld geben, das von einem Mangel an Innovationen und effektivem Wettbewerb charakterisiert ist und lokale Unternehmen von der Erbringung von Dienstleistungen vor Ort ausschließt.“ Das werde „für die EU langfristig weitreichende Konsequenzen haben, die aus ökonomischer, sozialer und ökologischer Sicht schädlich sind.“

Die Gesetzgebung für ein Recht auf Reparatur mag noch in den Kinderschuhen stecken, aber sie nimmt langsam Gestalt an. Der Markt für Drittanbieterwartung entwickelt sich, und die Implementierung von TPM ist inzwischen zu einer anerkannten IT-Strategie geworden. Technik-Anwender auf Privat- und Unternehmensebene wollen sich von den Zwängen, die Hersteller ihnen auferlegen, befreien und ihre Geräte länger nutzen. Dadurch sparen sie nicht nur Geld, sondern schützen auch die Umwelt. Langsam zeichnet sich ein Wandel am Horizont ab. Wir können optimistisch sein.

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