Direkt zum Inhalt

Elektroschrott vermeiden

Elektroschrott vermeiden

Im vergangenen Jahr erregte die Naturdokumentation Blue Planet II großes Aufsehen. Doch die zweite Staffel der beliebten Naturserie hat die Zuschauer nicht nur mit schönen Naturbildern begeistert. Der legendäre Sprecher Sir David Attenborough appellierte an das Publikum, das Problem des Plastikmülls ernster zu nehmen.

Die Dokumentation hat ihren Eigentümer, die BBC, veranlasst, alle Becher und sonstigen Utensilien aus Plastik aus ihren Räumen zu verbannen und zu versprechen, bis 2019 auch keine Transportbehälter aus Plastik mehr zu verwenden. Die BBC ist nicht das einzige Unternehmen, das sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Trinkhalme aus Kunststoff werden lokal und landesweit zunehmend aus dem Verkehr gezogen. Daran beteiligen sich Städte in den USA und hier in Taiwan, wo Gebrauchsgegenstände wie Tassen und Einkaufstaschen aus Kunststoff bis 2030 nicht mehr angeboten werden dürfen.

Das Problem der Verschmutzung durch Kunststoff liegt mir besonders am Herzen; ich habe über die Unmengen an Plastiktüten berichtet, die wir in Singapur verwenden. Plastikmüll steht nun im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und Supermärkte bieten Anreize wie Rabatte für Kunden, die ihre eigenen Einkaufstaschen mitbringen.

Verschmutzung ist auch ein Problem der Industrieländer

Als Nation von Technik-Liebhabern produziert Singapur rund 60 000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr. Nach Angaben der National Environment Agency of Singapore (NEA) werden alle 10 Minuten elektrische und elektronische Geräte mit einem Gewicht insgesamt ca. 1.141 kg entsorgt. Das entspricht dem Gewicht von mehr als 7.000 Mobiltelefonen.

Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Singapur nach einem Bericht der UN-Universität nach Hongkong der zweitgrößte Produzent von Elektroschrott. Die Regierung von Singapur weiß, dass das Land deswegen einen schlechten Ruf hat, und denkt über gesetzliche Reglungen zur Eindämmung der Elektroschrottmenge, wie zum Beispiel über eine Verpflichtung der Hersteller, gebrauchte Produkte auf Verlangen des Verbrauchers zurückzunehmen, nach.

Innerhalb Asiens trägt China am stärksten zum Wachstum der Elektroschrottmenge bei; das Land produzierte 2015 mit 6,7 Millionen Tonnen Elektroschrott 107 Prozent mehr als 2005. China hat das ebenfalls erkannt und bemüht sich das Elektroschrottproblem in den Griff zu bekommen.

Zur Lösung beitragen

Je mehr Unternehmen bei der Entwicklung von Lösungen zur Deckung der Bedürfnisse der Verbraucher auf technologische Innovation setzen, desto deutlicher wird das Ausmaß des Problems Elektroschrott.

Doch Elektroschrott ist kein Abfall. Er ist ein wertvoller Rohstoff. Branchenbeobachter schätzen die Goldmenge, die aus Elektroschrott gewonnen werden kann, auf mehr als 11 Prozent der weltweiten jährlichen Minenproduktion. Allerdings sind die dazu nötigen Prozesse und Methoden in ganz Asien noch vergleichsweise unterentwickelt.

Als Verbraucher müssen wir vor allem, wenn unsere vorhandenen Geräte noch in gutem Zustand sind, unsere Neigung zügeln, jedes neu auf den Markt gebrachte Spielzeug zu kaufen.

Gar nicht so einfach, oder?

Auch die Hersteller müssen ihren Beitrag leisten. Entwurf, Herstellung, Entsorgung und Recycling — das alles sind wichtige Faktoren. Die chinesischen Behörden verpflichten die Hersteller elektronischer Geräte dafür zu sorgen, dass ihre Produkte wiederverwendet oder recycelt werden können.

Die Führungskräfte der Unternehmen müssen sich von ihrem traditionellen Glaubenssatz verabschieden, ihre elektronischen Geräte und IT-Ausrüstung seien nur so lange verwendbar, wie es die Hersteller vorgeben.

Ein funktionierendes Smartphone wirft man schließlich auch nicht einfach weg, wenn man sich das neueste Modell gekauft hat, und das Gleiche gilt für Ihre Geschäftsausstattung. Prüfen Sie statt dessen, ob Sie Ihre IT-Ausrüstung nicht ordnungsgemäß entsorgen lassen können.

Oder überlegen Sie, wie Sie alte Hardware weiter nutzen können. Bei Geräten, die nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden können, ist Recycling eine bedenkenswerte Option.

Um alle am Aufbau nachhaltiger Technologien zum Wohle der Menschheit zu beteiligen, ist eine Kooperation von NGOs, Regierungen und dem privaten Sektor sehr wichtig. Letztlich zählt unser Handeln, als Einzelne oder als Organisationsmitglieder.

Zum Abschluss noch ein Gedanke: Achten Sie darauf, dass Ihre Entscheidungen für mehr Produktivität und Effizienz, sowie ein gestiegener Wille mehr zu schaffen, unseren Planeten nicht zusätzlich belasten.

Prüfen Sie auf jeden Fall, wie Ihr IT-Team nachhaltige Praktiken im Unternehmen einführen und Ihr Unternehmen mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann.

Questions? Comments?

Talk to our team of expert engineers, product managers, and technicians by emailing us at experts@curvature.com